Notar Trampitsch

Aus für Erbschafts- und Schenkungssteuer

Schenken und Erben zum Nulltarif ? Ab dem 1. August 2008 gibt es keine Erbschafts- und Schenkungssteuer mehr. Allerdings muss man künftig die neue Meldepflicht bei Schenkungen beachten.

Ab dem 1. August 2008 sind die Zeiten der Erbschafts- und Schenkungssteuer endgültig vorüber. Was aber nicht heißen soll, dass damit auch die gesamte Steuerlast wegfällt. Die Bundesregierung hat bereits einen Ersatz in Begutachtung, das so genannte Schenkungsmeldegesetz .

Folgende Änderungen werden ab 1. August 2008 auf die Österreicher zukommen:

Meldepflichten bei Schenkungen
Die neue Meldepflicht gilt für Wertpapiere, Bargeld, Unternehmensanteile und Sachvermögen. Für Grundstücke gibt es keine Anzeigepflicht, diese unterliegen ohnehin schon der Grunderwerbssteuer.

Schenkungen zwischen Familienmitgliedern und Verwandten müssen ab einer Grenze von 50.000 Euro dem Finanzamt gemeldet werden. Hiermit zählt allerdings nicht die einzelne Schenkung, sondern der Betrag, der binnen zwölf Monaten geschenkt wurde.

Bei Nichtangehörigen beträgt die Grenze 15.000 Euro binnen fünf Jahre. Zur Meldung an das Finanzamt sind der Schenker wie der Beschenkte verpflichtet, andernfalls werden Strafen von bis zu 10 Prozent des Schenkwerts fällig.

Schenkung eines Grundstücks
Bisher wurde bei Erbschaften und Schenkungen von Grundstücken zusätzlich zur Erbschaft – und Schenkungssteuer auch das so genannte Grunderwerbssteueräquivalent eingehoben. Dieses entfällt nun zwar, die künftig fällige Grunderwerbssteuer ersetzt diese aber in der Höhe. Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbssteuer ist der dreifache Einheitswert.

Da just wegen des Verweises auf den Einheitswert die bisherigen Regelungen als verfassungswidrig gelten, gibt es auch für diese neue Regelung die hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie bald fallen könnte. Bei Grundstücksschenkungen zwischen Angehörigen beträgt die Steuer zwei Prozent, bei anderen Personen 3,5 Prozent.

Ende der Erbschaftssteuer
Was die Erbschaftssteuer angeht, könnte tatsächlich der makabere Fall eintreten, dass bei einem Todesfall am 31. Juli noch Erbschaftssteuer anfällt, bei einem Erbfall am 1. August diese aber nicht zu bezahlen wäre. Derzeit beträgt die Erbschaftssteuer je nach Steuerklasse zwischen 2 und 60 Prozent.

Weiter Informationen finden sie unter Bundesministerium für Finanzen

Stand Juni 2008

Notar Trampitsch